Drohnen-Guide

 

#1 Haftpflichtversicherung

Egal ob du nun privat oder gewerblich mit deinem RC-Quadrocopter unterwegs bist: Eine Haftpflichtversicherung ist Pflicht und sogar gesetzlich vorgeschrieben! Sollte dein Kopter aufgrund technischer Fehler oder sogar aufgrund einer Fehlbedienung abstürzen, sorgt eine Haftpflichtversicherung im Fall der Fälle für die Erstattung der teils immensen Kosten. Stell dir vor, deine Drohne stürzt in der Nähe von fahrenden Autos ab und sorgt für einen Massencrash. Du kannst dir niemals sicher sein, dass ein Absturz unter Umständen zu einem brennenden Inferno führt. Selbst durch scheinbar kleine Vorfälle – z.B. dann, wenn dein Kopter gegen eine Windkraft- oder Photovoltaikanlage fliegt – können unwahrscheinlich hohe Kosten entstehen.

Die Risiken beim Kopter-Flug solltest du ebenso wenig unterschätzen wie die extrem hohen Kosten im Schadensfall. Besonders wichtig bei einer Haftpflichtversicherung ist die vereinbarte Versicherungs- bzw. Deckungssumme, denn mit ihr wird festgelegt, wie hoch der maximale Betrag für eine Erstattung im Schadensfall ist. Abgesehen von der Versicherungssumme spielen auch weitere Leistungen eine Rolle (Anzahl der mitversicherten Kopter, Deckungsschutz auch für Wegpunkt-Flüge, allgemeine Familienhaftpflicht ect. pp.). Du kannst einerseits durch eine Mitgliedschaft in Modellflug-Verbänden von einer Haftpflichtversicherung profitieren, oder dir andererseits ganz einfach eine spezielle Haftpflichtversicherung für deinen RC-Quadrocopter selbst zulegen. Im letzteren Fall sind die Leistungen meist größer und dein Versicherungsschutz ist nicht abhängig von einer Mitgliedschaft in einem Verein. Einen Vergleich zu den verschiedenen Wegen und Arten, um zu einer Haftpflichtversicherung zu gelangen, findest du hier: Vergleich Haftpflichtversicherung für Drohnen und Multikopter.

 

#2 Aufstiegsgenehmigung

Innerhalb von Deutschland gibt es bestimmte Regelungen zum Umgang und Verkehr mit Drohnen und Multikoptern. Diese Regelungen findest du innerhalb vom Luftverkehrsgesetz (LuftVG) sowie der Luftverkehrsordnung (LuftVO). Je nach Einsatz, Einsatzzweck und Größe deines Multikopters brauchst du zum Fliegen eine allgemeine oder spezielle Aufstiegsgenehmigung. Eine solche Aufstiegsgenehmigung kannst du bei der zuständigen Behörde des jeweiligen Bundeslandes (das Bundesland, in dem du gerne fliegen möchtest) beantragen und ausstellen lassen. Jedoch brauchst du in der Regel keine Aufstiegsgenehmigung, wenn…

…deine Drohne / dein Multikopter weniger als fünf Kilogramm (5 Kg) wiegt (inklusive Kamera)
…und du deine Drohne / deinen Multikopter ausschließlich zu Sport- und Freizeitzwecken betreiben möchtest
…deine Drohne / dein Multikopter nicht höher als 30 Meter fliegt und nicht den kontrollierten Flugraum berührt.
(mehr zur Flughöhe hier: Änderungen im Luftrecht / Flugrecht für Drohnen (maximale Höhe)

Eine spezielle Aufstiegsgenehmigung (nur für den jeweiligen Einsatz gültige) oder allgemeine Aufstiegsgenehmigung (über einen längeren und nicht innerhalb eines individuellen Zeitraums gültige) ist immer dann notwendig, wenn dein Multikopter mehr als fünf Kilogramm wiegt oder du deinen Multikopter zum gewerblichen Zweck nutzen möchtest (z.B. zum Verkauf von Luftaufnahmen / Einsatz innerhalb von öffentlichen Veranstaltungen). Ob du eine Aufstiegsgenehmigung wirklich brauchst oder nicht brauchst, kannst du bei den entsprechenden Behörden (auch beim Bezirks- oder Ortsamt / Stadtverwaltung) erfragen.

 

#3 Rechtliches

Abgesehen von den Aufstiegsgenehmigungen und den Zwecken, für die du deinen Multikopter benutzt, musst du auch weitere rechtliche Belange beachten.

Nur dort fliegen, wo du auch darfst: Du darfst deinen Multikopter nicht über Gebiete und Grundstücke steuern, die du nicht betreten darfst.

Fliegen nur in Sichtweite: Du darfst mit deinem Multikopter bzw. Quadrocopter prinzipiell nur in Sichtweite fliegen. Das bedeutet, dass dein Fluggerät – ohne Hilfsmittel wie Ferngläser – vom Boden aus zu sehen sein muss. FPV-Equipment, dass dir das Kamerabild auch in Entfernungen von bis zu zwei Kilometern auf einem Smartphone oder einem FPV-Monitor / einer FPV-Brille anzeigt, schließt die Sichtweitenregelung nicht aus. Du musst deinen Multikopter stets mit bloßem Auge erkennen können. Benutzt du beispielsweise eine FPV-Brille, ist es ratsam den Flug zu zweit durchzuführen, so dass eine zweite Person den Multikopter im Auge behalten kann.

Grundstückseigentümer fragen: Versuche, vor deinem Flug immer den jeweiligen Grundstückseigentümer um Erlaubnis zu fragen.

Sperrzonen beachten: Flughäfen und sonstige Sperrgebiete (z.B. militärische Zonen, Krankenhäuser, Katastrophenzonen, Industrieanlagen und Kernkraftwerke) sind Tabu! Bei Flughäfen und Flugplätzen solltest du einen Mindestabstand von 1,5 Kilometern einhalten. Um Flyaways bzw. störende Objekte zu vermeiden, solltest du außerdem auf Sendemasten, Hochspannungsleitungen oder Richtfunkstrecken achten und im Idealfall meiden.

Privatsphäre und Persönlichkeitsrechte beachten: Du musst die Grenzen der Privatsphäre beachten. Bedeutet: Du darfst niemanden filmen, der nicht gefilmt werden möchte. Filmst du trotzdem ohne Erlaubnis und/oder veröffentlichst du diese Bilder, kannst du u.U. das Recht am eigenen Bild bzw. das Persönlichkeitsrecht anderer verletzen.

 

#4 Bei der Ankunft

Du kannst dir auf Basis von unseren Tipps eine individuelle Checkliste anlegen und bei Bedarf für jeden Flug ausdrucken oder als PDF auf dem Smartphone oder Tablet abspeichern. Wenn du noch Anfänger und Einsteiger bist, können wir dir diese Checkliste dringend empfehlen, damit du wichtige Dinge vor jedem Flug nicht vergisst. Schon bei der Ankunft gilt: Umschauen, Nachschauen, Überprüfen!

Fremdobjekte prüfen: Ist mein Einsatzort frei von Menschen, Tieren, Stromleitungen und anderen (eventuell störenden) Fremdobjekten?

Flugverbotszonen prüfen: Befinde ich mich in einer Flugverbotszone (No-Fly Zone)? Wo in der unmittelbaren Umgebung gibt Flugplätze und Flughäfen? Befinde ich mich in einer Einflug- und Anflugschneise nicht nur von Flugzeugen, sondern auch Rettungshubschraubern?

Equipment prüfen: Ist mein Equipment technisch und optisch in Ordnung? Muss ich z.B. Propeller auswechseln?

Akkus und Energiespeicher prüfen: Sind die Akkus der Fernsteuerung und die Akkus des Multikopters vollständig geladen? Weisen meine Akkus sichtbare Beschädigungen auf und habe ich Ersatzakkus dabei?

An theoretische Grundlagen denken: Habe ich mich bereits ausführlich mit der theoretischen Steuerung eines Quadrokopters auseinandergesetzt? (mehr dazu hier: Multikopter steuern lernen)

Aktuelle Firmware überprüfen: Mit aktuellen Firm- und Software-Updates für deine Fernsteuerung / deinen Multikopter und die dazu passende Smartphone-App werden Fehler und Bugs in regelmäßigen Abständen behoben. Hast du deinen Multikopter noch nicht lange oder gerade erst frisch gekauft, solltest du unbedingt die aktuellste Firm- und Software aufspielen. Ansonsten kannst du dich in diversen Drohnen- und Kopter-Foren jederzeit über aktuelle Updates und deren Inhalte informieren. Dennoch solltest du bedenken, dass nicht jedes Firm- und Software-Update perfekt sein muss und es unter Umständen empfehlenswert ist, noch ein wenig mit dem aktuellste Update zu warten. Älter als ein halbes Jahr sollte deine Firm- und Software keinesfalls sein.

 

#5 Direkt vor dem Flug

Je nach Modell und Einsatzzweck musst du nicht nur bei der Ankunft, sondern auch direkt vor dem Flug einiges beachten. Je öfter du fliegst und je besser du dich mit deinem neuen Hobby auskennst, desto schneller wirst du routinierter an das Fliegen von Drohnen und Multikoptern herangehen. Damit alles sicher und deinen Wünschen entsprechend verläuft, solltest du auch hier einiges beachten. Um deinen Kopter direkt vor dem Flug startklar zu machen, musst du folgende Dinge nacheinander abarbeiten:

Anschließen und Montieren: Akku anschließen / Akku in das Batteriefach stecken. Propeller montieren. Auf festen Sitz überprüfen.

Einschalten: Drohne bzw. Multikopter einschalten.

Einschalten und prüfen: Fernsteuerung einschalten und darauf achten, dass der richtige Flugmodus (z.B. GPS-Modus) ausgewählt ist.

Kalibrierung: Gegebenenfalls Kompass-Kalibierung durchführen.

Zubehör entfernen: Gimbal Lock und Linsenkappe bzw. Objektiv-Schutz (bei Kameradrohnen) entfernen.

Kameraspeicher checken: microSD-Karte auf festen Sitz und freien Speicher überprüfen.

Kameraeinstellungen überprüfen: Kannst du die Kamera deiner Drohne nur per Hand und nicht optional per Fernsteuerung / Smartphone steuern, solltest du dich vor dem Abheben nochmals über die richtigen Kameraeinstellungen (Weißabgleich, ISO, Foto- und Video-Format, Belichtung, Modi ect. pp.) vergewissern.

Standfest positionieren: Drohne bzw. Multikopter standfest auf dem Boden positionieren (darauf achten, dass die Propeller nicht beispielsweise durch zu hohes Gras behindert werden und sich frei bewegen können).

Satelliten-Empfang und Startfrequenz überprüfen: Verfügt dein Quadrocopter / Multikopter über ein integriertes GPS-Modul, solltest du bereits vor dem Start unbedingt den Satellitenempfang überprüfen. Je mehr Satelliten du empfängst, desto genauer ist der GPS-Modus und desto zuverlässiger funktionieren Sicherheitsfunktionen wie Return to Home (RTH) auf Basis des Abflugpunktes. Vor jedem Flug solltest du sorgfältig darauf achten, dass die Startfrequenz (also das Speichern des Home Points) ordnungsgemäß durchgeführt worden ist.

Flight Limits überprüfen: Manche Drohnen und Multikopter verfügen über so genannte Flight Limits. Das bedeutet, dass du in der Software auf dem PC oder Smartphone genau definieren kannst, wie hoch und in welchem Radius / welcher Distanz sich dein Quadro- oder Multikopter bewegen darf. Je kleiner du den Radius im Rahmen des so genannten Geofencing bzw. im Rahmen vom GPS-Modus definierst, desto sicherer kannst du fliegen. Dein Fluggerät stoppt dann automatisch an genau der Stelle, an der du ein Flight Limit eingestellt hast.

Starten: Motoren starten (gegebenenfalls müssen die Steuerungsknüppel – je nach Modell – in eine bestimmte Richtung gedrückt werden).

Fliegen: Abheben und Spaß haben! Während des Flugs immer wieder darauf achten, dass keine Personen oder Tiere gestört werden und dass sich keine Fremdobjekte in unmittelbarer Nähe des Quadrokopters oder Multikopters befinden! Außerdem solltest du die Akkuladung stets im Blick haben – entweder durch LED-Lichter, die dir die verbleibende Ladekapazität verraten, oder mittels Telemetrie-Daten auf deinem Smartphone.

 

#6 Nach dem Flug

Sicher landen: Eine sichere Landung ist das A und O beim Drohnen-Flug. Wie du einen Kopter landest, solltest du im Idealfall vor dem ersten Start wissen und theoretisch trainiert haben.

Sicher einpacken: Nachdem du erfolgreich gelandet bist, schaltest du sowohl Multikopter als auch Fernsteuerung aus, demontierst gegebenenfalls Propeller und montierst anderes Zubehör (z.B. Linsenkappen zum Schutz des Kameraobjektivs).

Sicherer Transport und sichere Aufbewahrung: Äußerst wichtig ist, dass du mit deinem Fluggerät pfleglich umgehst. Du solltest deshalb darauf achten, dass beim Transport nichts kaputt geht (z.B. Propeller, Gimbal, Ausleger) und du deinen Multikopter zuhause sicher und trocken aufbewahrst.